Hintergrund

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Lerntherapie

Unter Lerntherapie verstehe ich eine Förderung, die in verschiedene Kompetenzbereiche greift und nicht nur die schulischen Inhalte, sondern auch die Basisfunktionen der Kinder trainiert. So fördert sie neben der Gedächtnisleistung, der Konzentration, der Sprache und Denkprozessen auch die Motivation und die Kreativität der Kinder, was zu einer Verhaltensänderung im Lernprozess führen soll.

Ziel meiner therapeutischen Arbeit ist es außerdem, eine gute und vertrauensvolle Beziehung zu den Kindern aufzubauen. Nur durch das Erleben ihrer eigenen Selbstwirksamkeit und durch die Erfolgserfahrungen können die Kinder ein neues Selbstverständnis entwickeln. Lernen soll Spaß machen! Und Spaß macht alles, was das Spiel und die Kreativität der Kinder fördert. So arbeite ich mit Anschauungsmaterial, das die Kinder selbst gebastelt haben. Lerninhalte werden in Gedächtnis- oder Reaktionsspiele umgewandelt, Sachaufgaben verstecken sich in Texten, die das Leben des Kindes beschreiben und das Textverständnis wird mit Fragen geübt, die sich auf die Lieblingsbücher der Kinder beziehen. Manchmal muss man auch zu Quatschgeschichten die richtige Antwort finden. Im „Kaufladen“ kann man Kuscheltiere und Spielzeug kaufen oder muss auf einen 500,- „Euroschein“ passend rausgeben können. Selbstgebastelte „Mindmaps“, selbst erfundene Geschichten oder Sätze zu Lernwörtern zeigen den Kindern, wie sie sich auch die schwierigsten Inhalte besser merken können. Lesemuffel werden mit kurzweiligen Texten, Knobelaufgaben oder Rätsel zum Denken, zum korrekten und konzentrierten Lesen aufgefordert und schriftliche Wegweiser führen die „Piraten“ durch die Praxisräume, wo sie die „Schatztruhe“ finden müssen. Der Drache „Taifun“ versucht die Kinder im Konzentrationstraining abzulenken, während sie eine Drachenbotschaft entschlüsseln müssen. In der Praxisküche werden Hohlmaße, Gewichte und Längen gemessen und zur Belohnung gibt es manchmal einen selbstgekochten Pudding oder eine selbstgemachte Schokotorte.

Dyskalkulie

Die Dyskalkulie bedeutet nicht nur eine Schwäche in der Ausführung einfacher Rechenoperationen, sondern sie hat weitreichende Auswirkung auf den Alltag unserer Kinder. So können manche Kinder keine Zeitspannen erfassen, das Erlernen der Uhr ist sichtlich erschwert, aber auch der Umgang mit Geld bereitet manchen Kindern große Schwierigkeiten. Das Visuell-räumliche Vorstellungsvermögen, das Arbeitsgedächtnis, sowie die Aufmerksamkeitsfähigkeit, aber auch die Sprache sind wesentliche Basisfunktionen, die bei der Dyskalkulietherapie berücksichtig werden müssen.

Legasthenie

Fast 5% der deutschen Grundschulkinder haben besondere Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Rechtschreibens. Obwohl die Rechtschreibprobleme bereits in den ersten beiden Schulklassen auftreten, werden sie häufig nicht als besondere Schwierigkeiten im Erlernen der Rechtschreibung verstanden. Wenn zusätzlich noch Leseschwierigkeiten vorliegen, ist das Kind schnell in allen Schulbereichen benachteiligt. Trotz großer Anstrengungen seitens des Kindes und der Eltern werden die Leistungen immer schlechter und die Hausaufgabensituation ist sehr angespannt.

In Anlehnung an die intensive Forschungstätigkeit von Herrn Prof. Dr. Schulte-Körne, LMU München, arbeite ich in meiner lerntherapeutischen Praxis mit dem symptomspezifischen Förderprogramm des Marburger Rechtschreibtrainings. Hierunter werden im Wesentlichen Regeltrainings und Trainings zur Ausbildung und Förderung von phonologischer Bewusstheit gefasst. Trainingskonzepte von Carola Reuter-Liehr und Dr. Lisa Dummer-Smoch und Renate Hacketal ergänzen meine Legasthenieförderung.

Hausaufgabenkonflikte

Hausaufgabenkonflikte haben viele Ursachen. Um dieses Problem tiefgründig zu verstehen, müssen wir uns viele Fragen stellen:

  • Hat das Kind eine Aufmerksamkeitsproblematik?
  • Oder hat es vielleicht den Schulstoff nicht verstanden?
  • Gibt es Konflikte im Familiensystem?
  • Leidet es unter Geschwisterrivalität? Möchte das Kind mit seiner Problematik Aufmerksamkeit erregen?
  • Hat es vielleicht eine Dyskalkulie oder Leseprobleme, die bisher noch nicht erkannt wurden?
  • Gibt es Ärger mit der Lehrerin?
  • Wie gestaltet sich die Hausaufgabensituation in Mimik und Gestik von Mutter und Kind?
  • Hat es in der Schule nicht aufgepasst und weiß jetzt nicht, was zu tun ist?
  • Können wir anhand einer Videoanalyse Antworten finden?
  • Arbeitet das Kind zu Hause an einem ungeeigneten Arbeitsplatz?

Um ein Hausaufgabencoaching sinnvoll und effektiv gestalten zu können, biete ich eine sorgfältige Situationsanalyse an. Elterngespräche dienen mir zur Aufklärung der Familiensituation, eine gezielte Diagnose der Aufmerksamkeit, der Lese-Rechtschreib- oder Rechenfähigkeit können über eine Funktionsschwäche informieren und ein Hausbesuch kann wertvolle Hinweise auf einen ungeeigneten Arbeitsplatz, bzw. Arbeitssituation erbringen. In der Videoanalyse, die die Hausaufgabensituation von Mutter und Kind erfasst, erhalten Kinder und Eltern wertvolle Rückmeldungen über ihre Beziehungs- und Kommunikationsgestaltung.

Elternberatung

In meiner Erziehungsberatung arbeite ich mit den kommunikationstheoretischen und familientherapeutischen Konzepten von Paul Watzlawik, C.R. Rogers, Thomas Gordon, Alfred Adler, S. Minuchin, T. Rönkä, etc. Hier finden Sie Antworten auf die Fragen:

  • Welche Rolle nimmt mein Kind im Familiensystem ein?
  • Wie kann ich mit meinem Kind besser kommunizieren?
  • Wie kann ich mein Kind zum Lernen motivieren?
  • Was mache ich mit meinem Kind, wenn es mich ständig provoziert?
  • Wie reagiere ich bei Geschwisterrivalität?
  • etc.

„Attentioner“ ein neuropsychologisches Programm für Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen

Ein zentrales Problem vieler Kinder und Jugendlicher besteht darin, dass sie ihre Aufmerksamkeit nicht gezielt fokussieren und steuern können. Der „Attentioner“ verzahnt neuropsychologische und verhaltenstherapeutische Therapieelemente mit dem Ziel, die Aufmerksamkeitsleistungen von 7 – bis 14-jährigen Kindern wirksam zu verbessern. Die Kinder und Jugendliche lernen vor allem, sich auf die jeweils wichtige Information zu konzentrieren und ablenkende unwichtige Umgebungsreize zu ignorieren. Dies wird zum einen durch attraktive Therapiematerialien, zum anderen durch eine enge Verzahnung von kognitiven und verhaltensbezogenen Trainingsmodulen erreicht.

Gestalttherapie

Die Gestalttherapie wurde von den Psychoanalytikern Fritz und Lore Pearls, sowie dem Soziologen Paul Goodman entwickelt und praktiziert. Ihren Namen erhielt sie in Anlehnung an die Gestaltpsychologie und deren Erkenntnisse über die Wahrnehmungsfunktionen der menschlichen Psyche.

Mit dieser psychotherapeutischen Methode fördere ich sowohl die Bewusstheit meiner Klienten, als auch ihre Körperlichkeit, Lebensfreude und die kreative Kompetenz. Ich arbeite prozessorientiert, wobei ich gemäß dem Gestaltansatz davon ausgehe, dass Menschen das Potential zur geistigen Gesundheit und eine innere Motivation zu Wachstum und kreativen Lösungen haben.